Ulrich Müther (1934–2007)

Der Bauingenieur Ulrich Müther (1934–2007) zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der ostdeutschen Nachkriegsarchitektur. In den sechziger Jahren spezialisierte er sich wie niemand sonst in der DDR auf die Konstruktion und Ausführung von Betonschalen. Er folgte damit einem Trend der Zeit: Die eleganten Schalenbauten, die Ingenieure und Architekten wie Pier Luigi Nervi in Italien, Eero Saarinen in den USA, Félix Candela in Mexiko oder Heinz Isler in der Schweiz errichteten, wurden weltweit wahrgenommen. Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in anderen Regionen der DDR und im Ausland realisierte Müther, meist in Zusammenarbeit mit Architekten, mehr als 70 markante Solitärbauten.

Das Müther-Archiv

Seit 2006 wird der berufliche Nachlass Ulrich Müthers an der Hochschule Wismar aufbewahrt. Er enthält Originalpläne, Fotografien, Schriftgut und Modelle, außerdem einige technische Geräte und Mobiliar. Das Archiv umfasst etwa 250 laufende Meter Akten (Schriftgut und Pläne), mehrere Tausend Zeichnungen und Fotografien sowie 32 Modelle. Das Müther-Archiv sichert diesen Bestand und bereitet ihn wissenschaftlich auf, um ihn öffentlich zugänglich zu machen. Die Aufarbeitung soll 2020 abgeschlossen werden. Die Benutzung des Archivs ist bis dahin nur eingeschränkt möglich.

Schriftenreihe des Müther-Archivs

Am 21. Juli 2014 wäre Ulrich Müther 80 Jahre alt geworden. Diesen Jahrestag hat das Archiv zum Anlass genommen, mit einer Schriftenreihe über wichtige Bauten Müthers zu beginnen. Zuletzt erschienen im Mai 2017 ist Heft 3: »Ulrich Müther. Schalenbauten in Magdeburg«.

Die Hefte der Schriftenreihe und die Postkartenedition können beim Verein Müther-Archiv bestellt werden. Bitte das Kontaktformular verwenden.